Zirkulär statt linear (1)

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Die Grünen vor der Machtübernahme

Die Grünen waren schon mal in der Bundesregierung, jedoch nur als Junior-Partner. Damals mit Herrn Schröder, dem Genossen der Bosse, als Deutschland noch das Schlusslicht in Europa war. Die mir in Erinnerung gebliebenen Hinterlassenschaften der Grünen sind Hartz IV, der Kosovo-Krieg, der extrem dünne und reiß-freudige gelbe Plastiksack, aber auch der Einstieg in die erneuerbaren Energien. Viel ist es nicht, jedoch das kurze grüne Intermezzo von damals hat unser Leben gründlichst verändert.

Und dann kam Frau Merkel und erntete die Ergebnisse der harten Hartz-Reformen, des besagten Herrn Schröder und seiner grünen Partner. Und da alle sie für den unerwarteten und unverhofften Erfolg lobten, hat Frau Merkel wohl vergessen diese Reformen zu reformieren und an die sich stetig verändernden Umständen unseres Lebens anzupassen. Nichts ist beständiger als der Wechsel, sagt der Volksmund, doch bei Frau Merkel hat der Volksmund unrecht; Frau Merkel ist ewiglich. Mit Frau Merkel kam eine lange, lange Zeit des Stillstandes und der geistigen Starre. Bloß keine Veränderungen, immer nur “weiter so”, bis diese Starre abermals zu einer kritischen Situation führte. Am Ende ihrer Kariere hinterlässt Frau Merkel, ihrer unerfahrenen Nachfolgerin den Scherbenhaufen ihrer Politik. Eine Unterlassung ist auch eine Tat.

Austerität und “Schwarze Null” sind die Begriffe des Jahrzehnts geworden. Keine neue Konzepte, sondern der Verzicht von neuen Konzepten. Keine Erneuerung, sondern “weiter so” haben unser Leben bestimmt zu Merkels Zeiten. Und diese Strategie ist tatsächlich für eine bestimmte Zeit erfolgreich und trägt das Boot über das Wasser, bis das nicht behandelte Holz fault. Wie bei der Gorch Fock.

Und jetzt ist es so weit. Die Zeit der Untätigkeit rächt sich. Frau Merkel kann man nicht vorwerfen, dass sie etwas Falsches gemacht hat. Sie hat sehr wenig getan, außer das Überleben von einer Krise zur nächsten.

Am schlimmsten hat es den Junior-Partner SPD getroffen. Die einstige Volkspartei hat fast zwei Drittel ihrer ehemaligen Wähler verloren. Der Abwärtstrend ist unaufhaltsam und gleicht einer Agonie; ein Dahinsiechen bis zum endgültigen Verschwinden in die unendlichen Tiefen der Geschichte. Die SPD hat sich als Merkels Junior Partner in der Großen Koalition, auch GroKo genannt, selbst überflüssig gemacht.

Nichts ist so spannend, wie die Lust am eigenen Untergang, könnte man meinen, wenn man den Niedergang der beiden Parteien beobachtet. Wenn das Festhalten an der eigenen Karriere, an dem Furz-Sessel im Ministerium, oder an einem Amt wichtiger ist, als das Schicksal der Partei und wenn die Fahrt in einer Sackgasse gegen die Mauer gut bezahlt wird, dann neigen viele Menschen dazu sich einer GroKo anzubiedern.

Doch jetzt ist es so weit. Frau Merkel hat alle fähigen Konkurrenten weg gebissen und, als das Ende ersichtlich war, die Führung an einer neurotischen Machtfrau übergeben: Annegret Kramp-Karrenbauer, aka AKK. Und nein, nicht das gesamte Amt, sondern nur die eine Hälfte, genauer, die kleinere Hälfte: Die Parteiführung. Den Platz des Deppen, der alles nur falsche machen kann.

Die arme Annegret macht einen total überforderten Eindruck und lässt kein Fettnäpfchen aus. Im Moment sieht es so aus, als würde sie gegen ihren zukünftigen Widersacher und Konkurrenten Robert Habeck, von der Partei der Grünen, nicht den Hauch einer Chance haben. Frau AKK wird ihre ihre Partei CDU gegen die gleiche Wand fahren, wie Frau Nahles ihre Partei, die SPD vorher.

Frau Nahles ist mir übrigens einen anderen, längeren und intensiveren Blog-Beitrag wert.

Und so sind wir bei den Grünen angelangt. Eigentlich sind sie nicht so gut, aber die anderen sind sehr viel schlechter. Die Fehler und die geistige Starre der anderen Parteien, die Unterschätzung von Gegenbewegungen wie FFF (Fridays for Future), das, trotz blühender Wirtschaft und Steuergeldschweme, Versagen der Ministerien auf fast allen Ebenen ist ersichtlich. Wer konnte auch erahnen, dass ein sechzehnjähriges, an Autismus leidendes Mädchen, den Nerv der Zeit erkennen und bis zur Spitze erklimmen wird?

So war Frau Merkel aber immer. Sie ist nicht in der Lage Krisen vorher zusehen. Diesmal aber, ist sie nicht in der Lage zu reagieren. Diesmal verlässt der Kapitänin als erste das noch schwimmende Schiff CDU. Es stürmt, das Meer tobt, die Riffe leuchten unter dem schwachen Sternlicht und die Haie kreisen um das Schiff ohne Steuerfrau.

Die Grünen sind, trotz ihrer Schwächen noch am besten für die kommenden Wahlen vorbereitet. Die Doppelspitze Annalena Baerbock und Robert Habeck sind ein gutes Team und werfen sich die Bälle gegenseitig zu. Wie in jeder erfolgreichen Ehe lässt Frau Baerbock, Herrn Habeck den Vortritt aber wir das hinter geschlossenen Türen ist, wissen wir nicht.

Doch was sind diese Grünen? Was wollen sie? Was erwartet und diesmal, wenn Frau AKK, genau wie Frau Merkel, fantasielos ihre Partei gegen die Wand fährt und der nächste Kanzler Robert der I. heißen wird ?

Das lesen wir im zweiten Teil dieses Blog-Beitrages

Liebe Grüße Kostas

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