Spahns Immunitätsausweis

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Im Moment, Mitte Mai 2020, wird in Deutschland über das weitere Vorgehen bei der Corona-Krise diskutiert. „Diskutiert“ ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort: gestritten, geschrien, gegenseitig anfeinden und beleidigen, wären vielleicht richtiger. Die Transformation der Gesellschaft von “Mündigen Bürgern” in Blockwarte und Verschwörungstheoretiker scheint vollzogen.

Die einen sind entsetzt über die anderen und die dritten. Und da gibt es sehr viele Extreme, die nicht nur die geographischen Dimensionen (Rechts und Links) und das Farbspektrum (Rot, Grün, Blau, Schwarz, Violett) abdecken, sondern auch Gebiete erobert haben, die eher dem Gefühl als der Logik entsprechen, vor allem wütend auf irgendwas.

Da sind zum Beispiel die selbsternannten Retter der Welt von Extinction Rebellion (XR), die das Ende des Systems herbeisehnen, in der Hoffnung auf der anderen Seite des Flusses das grünere Gras der menschlichen Vernunft zu erblicken.

Da gibt es die Zeugen Jehovas, die, wie immer, das Ende der Welt durch Gottes Macht herbeisehnen, und die Erfüllung von Johannes Apokalypse erkennen. In diesem Zusammenhang interessiert mich vielmehr, was der gute Johannes damals in seiner Hölle geraucht hat.

Da sind die Menschen auf dem rechten politischen Spektrum, die das Thema “Ökologie” ganz schnell mit dem Thema “Corona-Diktatur” ersetzt haben und furchtlos gegen “Merkels Regime” kämpfen, indem sie „ohne Abstand und ohne Maske“ Demos organisieren und besuchen.

Da gibt es den Einzelnen „normalen“ Bürger, der sich auf der Suche nach Orientierung wahlweise als „Blockwart“ oder als „Verschwörungstheoretiker“ betätigt oder beschimpfen lässt.

Da gibt es die Kaste der Virologen, die selbst orientierungslos, anderen Orientierung geben wollen. Die sich täglich auf Fernsehen-, Radio- und Presseinterviews fleißig immer wieder sich selbst und gegenseitig widersprechen. Auf einem Neuland gibt es keine Orientierungspunkte und keine Richtlinien; Sie müssen alle durch Fehlern, die im Nachhinein zu Erfahrungen werden erst entstehen.

Und da gibt es das „Merkel-Regime“, das verzweifelt nach einem Ausweg sucht und mit farb- und ideenlosen Ministern wie den Herrn Spahn auskommen muss.

Der Herr Spahn, durch das Schicksal und Merkels Gnaden erst zum Minister und dann zum stellvertretenden Diktator ernannt wurde, sieht nicht nur aus, als ober er überfordert wäre, er ist es auch.

 Da war zum Beispiel die Anfrage an den Ethikrat über die Idee mit der Impfpflicht und dem Immunitätsausweis. Nun ist es schwierig über Impflicht zu reden, wenn kein Impfstoff da ist. Aus dem gleichen Grunde ist es auch sinnlos über einen Immunitätsausweis zu reden, wenn die Voraussetzung für den Erhalt eines solchen Ausweises, eine überstandene Krankheit ist, die entweder durch Zufall oder durch einen „ungeschützten“ Besuch einer Demonstration ist.

Das Argument von Herrn Spann ist, dass es viele Länder gibt, die den Besitz eines solchen Ausweises als Bedingung für die Einreise ansehen. Das hat es zwar immer schon gegeben und es war nie ein Grund für einen solchen Ausweise, aber der Herr Spahn kümmert sich nicht um Logik, wenn es darum geht seine durch Zufall erworbene Macht auszuüben.

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass es nicht bewiesen ist, dass eine überstandene Krankheit auch die tatsächliche Immunität bedeutet. Es spielt auch keine Rolle, dass ein solcher Ausweis zum Auswahlkriterium bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche werden kann. Und zuletzt spielt es auch keine Rolle, dass, im Moment, der einzige Weg diesen Ausweis zu erhalten, der Besuch einer verbotenen Demo oder der blinde Zufall ist.

„In der Krise beweist sich der Charakter“, sagte Helmut Schmidt.

Liebe Grüße

Kostas Thomopoulos

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