Jiko Sekinin bedeutet Eigenverantwortung

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Für Kenner: Auf Japanisch 関仁二子.

Nein, ich lerne nicht japanisch. Immer wieder stelle ich fest, dass sowohl die Sprache, als auch die Kultur mir völlig fremd sind.

Wenn ich an Japan denke, dann zuerst an die Wal-Jagd und kurz danach an den zweiten Weltkrieg und wie die Japaner andere Rassen und Völker behandelt haben. Keinen Deut besser, als die Nazis, die Juden behandelt haben. Eher noch schlimmer.

Natürlich kommt dann die Erinnerung an Fokushima und ganz zuletzt wie ganze Wälder abgeholzt werden, weil die Japaner Edelhölzer für ihre Essstäbchen brauchen.

Da ist wenig positives dabei und jetzt kommt noch etwas dazu: Jiko Sekinin, was Eigenverantwortung bedeutet.

Eigenverantwortung ist an sich nichts negatives. Es ist schön, wenn jeder seinen Platz in der Gesellschaft kennt,und danach strebt, für sich und für die anderen das optimale zu erreichen. Das Problem ist nur: Wir wissen zu einem recht selten, was das “optimale” ist. Wir alle spielen ein Spiel, dessen regeln wir nicht kennen. Und zum anderen Ich-bezogene Eigenverantwortung ist purer und schädlichster Egoismus, wenn die anderen nicht mit einbezogen werden.

Wie ich darauf kommen? Zufällig stieß ich im Internet auf die Geschichte von Noriaki Imai und seinen Freunden. Ein junger Japaner, der die Welt verbessern wollte und in Irak, die Auswirkungen von Uran-Munition auf die Entwicklung der Menschen studieren wollte. Ein sehr lobenswerter Ansatz, würden wir in unserer westlichen Kultur behaupten.

Die Iraker sahen das anders. Eine frisch gegründete Mu­dscha­hed­din-­Brigade, entführte die jungen Männer und forderte vom Japanischen Staat Lösegeld, was der japanische Staat letztendlich auch bezahlte.

Die Iraker hatten das Pech Kolonialisierung, Diktatur und ein langjährigen Krieg hinter sich zu haben. Und das bei einer Religion, die in ihrer fanatischen Ausprägung Bildung, Philosophie und persönliche Freiheit verachtet und bekämpft.

Und die Japaner?

Nach seiner Befreiung sah sich der junge Mann mit Victim-Blaming der schlimmsten Art konfrontiert. Was Victim-Blaming ist? Das ist wenn dem Opfer, für die am ihn verübte Tat, die Schuld gegeben wird. Der jungen Frau für die Vergewaltigung, dem ermordeten für den Mord, den bestohlenen für den Diebstahl und den armen für seine Armut.

Sie werden zurecht fragen: Japan ist ein entwickeltes und weitgehend demokratisches Land. Na gut, sie haben keine Straßennahmen und keine Hausnummern, eine ganz komische Schrift und immer noch einen Kaiser, sind aber trotzdem total westlich orientiert. Wie kann es möglich sein, das Opfer, die Schuld trägt?

Schuld daran ist das Jiko Sekinin, was Eigenverantwortung bedeutet.

Der junge Mann aus unserem Beispiel, hätte um die Situation in Irak wissen müssen. Er hätte wissen müssen, wie rückständig und fanatisch die Araber dort sind und hätte diese reise nie antreten dürfen. Weltverbesserung hin oder her. Und wenn er es trotzdem gemacht hat, wie kann er erwarten, dass der Staat, spricht die Steuerzahler, für seine Dummheit und Mangel an Eingen-Verantwortung aufkommen?

Ähnlich wird gegen die Raucher, die Alkoholiker und die beleibten, fetten Diabetiker mit der Fett-Leber argumentiert. Aber auch gegen die Armen. “Wie könnt Ihr erwarten, Hilfe zu erhalten, wenn Ihr trotz besseres Wissen, ganz allein, in dieser Situation geraten seid?

Wir im Westen glauben, dass unsere Absicht der Welt, die einzig richtige ist. Bei dieser Geschichte würde ich sogar behaupten, das wir richtiger, als die kaltblütigen und egoistischen Japaner liegen. Wir haben verstanden, dass das Überleben der Anderen eine Bedingung für das eigene Überleben ist.

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