Gott ist ein Zyniker

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Jetzt hat Gott in seiner unendlichen Weisheit diese großartige Erde erschaffen, mit diesen wunderschönen Menschen und dieses schöne Land Griechenland, mit seinem herrlichen Klima, seinem hervorragenden Meer und seinen herrlichen Gegenden. Und dort im Norden, in einer Stadt mit dem Namen Veria, ein wunderschönes Viertel mit dem Namen Barbouta, durch das ein Fluss mit dem Namen Tripotamos fließt. Und an diesem Fluss ist ein Haus.

Die ganze sommerlich heiße Nacht hält der Fluss die Temperaturen in einem erträglichen Maß und wiegt mich in den Schlaf mit seinen ewig gemurmelten Geschichten. Und dann noch diese schöne Aussicht aus dem Balkon. In einer wunderschönen warmen Sommernacht sitze ich am Balkon und höre das beruhigende Geräusch des Wassers, weil ich wegen dieser Mücke nicht schlafen konnte.

Wissen Sie, Gott ist ein Zyniker. In all dieser Schönheit, schickt er diese Mücke.

Unweigerlich drängen sich mir einige Fragen auf: Sind die Mücken eigentlich mit anderen Blutsaugern wie den Vampiren und den Finanzbeamten verwandt? Wie lange dauert es bis eine Mücke das gesamte Blut ausgesaugt hat? Warum muss es eigentlich so verdammt jucken? Und warum der Zeh? Immer dieser Zeh? Und ganz zuletzt: Muss ich dieser Mücke eigentlich Unterhalt bezahlen, nachdem wir so lange ein gemeinsames Schlafzimmer geteilt haben? Und hat diese Mücke einen Namen oder eine Persönlichkeit? Eine Lebensgeschichte sogar? Fragen über Fragen, die wohl auf ewig unbeantwortet bleiben werden.

Und da ich nun einmal wach bin, muss ich das gesamte Zimmer umräumen und stundenlang mitten in der Nacht fotografieren, damit ich dieses eine Bild machen kann. Dieses eine Bild, das diese Schönheit zeigt. Leider ohne ihren Hauptdarsteller:  Die Mücke.

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