Geist Seele und Somma

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Wer sind wir? Woher kommen wir? Warum sind wir?

Hauptsächlich geht es um die Unterscheidung von drei Begriffen. Seele, Geist und Körper oder Psyche, Pneuma und Somma. Mit Beschreibungen war die Bibel nie so gut, wohl weil Gott es nicht nötig hatte, seine Entscheidungen zu begründen. Da müssen wir auf die menschliche Philosophie und Wissenschaft zurückgreifen, die versuchen die Dinge zu durchleuchten und auf den Grund zu gehen.

Es sind hier drei Begriffe zu unterscheiden:

a) Seele (Psyche)

b) Geist (Pneuma oder Pnevma)

c) Somma (Körper oder Lebens(skraft) (Zoe)

Eine Dreieinigkeit also, die in menschlichen Kulturen sehr oft eine Rolle spielt. Denken wir da nur an die christliche Dreieinigkeit des Vaters, Sohnes und heiligen Geistes.

Zuerst leben wir in einer materiellen Welt. Wir müssen essen, schlafen und andere primäre Bedürfnisse unseres Körpers befriedigen, die, welche die alten weißen Männer in der Bibel der Neueren Zeit, als “Sünde” bezeichnen.

Verzichten wir auf die Befriedigung mancher Bedürfnisse (wie Essen) sterben wir. Verzichten wir auf die Befriedigung von anderen Wünschen und Bedürfnissen werden wir krank. Die Instinkte in uns, dienen ausschließlich dem Überleben des Körpers und haben mit Begriffen wie “schön” oder “gut” wenig gemeinsam. Es geht schlicht ums Überleben. Diese Kraft in uns, die uns immer wieder weiter vorantreibt, mit nur dem Überleben als einziges Ziel, ist die Lebenskraft.

Diese Kraft, so stark sie auch sein mag, ist einer anderen Kraft untergeordnet: der Weitergabe unserer Gene. Ja, die Weitergabe unserer Gene scheint der einzige Sinn und Zweck jeglichen Lebens zu sein. In der Tierwelt wird es recht eindeutig, wenn Männchen nach der Begattung in eine Starre fallen, die dem Weibchen ermöglicht sie bei lebendigem Leibe aufzufressen, damit sie in der Schwangerschaft mit genügend Eiweiß versorgt sind.

Die menschlichen Kulturen sind da, wie immer, etwas komplizierter. Der Wunsch die eigenen Gene, mit dem richtigen Partner weiter zu geben, wird bei den Frauen als Verliebtheit bezeichnet. Da die Männer mit der Schwangerschaft und dem Großziehen der Nachkommenschaft nur indirekt Verantwortung tragen, neigen sie eher dazu, ihren Samen und somit ihre Gene breitflächig zu verstreuen.

Wir haben also unseren Körper, mit seinen speziellen Bedürfnissen und seinen Instinkten, die ihm sein Überleben sichern; Das ist nicht nur bis zum Tode so, sondern durch die Weitergabe der Gene auch danach.

Soweit das tierische. Doch wir sind keine Vögel, die Nester bauen, keine Hirsche, die ihre Lust in die Welt hinausröhren, wenn sie brunftig sind und auch keine Gottesanbeterinnen, die ihre Männchen nach der Begattung auffressen. Wir sind Menschen, die Begriffe wie Zukunft und Vergangenheit, gut und böse, Liebe und Hass und Gerechtigkeit kennen. Es muss also noch etwas anderes da sein, was uns von den „geistlosen“ Tieren unterscheidet. Eben der Geist.

In der modernen Sprache würden wir unseren Körper als “Hardware” bezeichnen. Jeder von uns weiß aber, dass Hardware alleine, nicht zum Betrieb eines Computers ausreicht. Dazu benötigt es der Software. Das ist das Betriebssystem und diverse Programme, die dafür sorgen, dass leblose Materie einen Sinn und Zweck erhält und eine Aufgabe erfüllen kann.

Das menschliche Äquivalent zur Software ist unser Geist (Pneuma).

Wir können den Geist (Bewusstsein) nirgendwo im Körper lokalisieren. Wir können auf keinen einzigen Punkt zeigen und behaupten: dort versteckt sich der Geist. Die alten Griechen vermuteten den Sitz des Geistes im Herzen während die moderneren “geistigen” und materiellen Wissenschaften, den Sitz des Geistes eher in unserem Kopf, genauer: unserem Gehirn vermuten, aber auch dort gibt es Hinweise zu Verflechtungen zu anderen Teilen unseres Körpers, wie dem Darm.

Egal wo unser Geist seinen Sitz hat, er ist fest mit unserem materiellen Körper verbunden und auf ihn angewiesen. Stirbt der Körper, dann stirbt auch der Geist und stirbt der Geist, dann stirbt auch der Körper. Gesetzlich ist ein Mensch erst nach dem “Hirntod” gestorben.

Wenn also der Geist, so tief und innig mit dem Körper verbunden ist, so muss diese Beziehung auch auf sehr viele andere Ebenen Einfluss nehmen. Der Geist hat Probleme, wenn der Körper krank ist und der Körper leidet, wenn der Geist ein Problem hat. Ein kranker zum Beispiel hat nur einen Gedanken: wieder gesund zu werden und jeder hat davon gehört, dass der Körper krank wird, wenn der Geist Probleme hat. Der Begriff ist: „Psychosomatik“.
Und hier wird es kompliziert. „Psyche“ ist das griechische Wort für Seele und „Somma“ ist das griechische Wort für Körper. Es ist aber der Geist, der die Software für unseren Körper darstellt und nicht die Psyche. Der Name sollte also Pneumasomatik heißen.

Denn die Seele (Psyche) ist der dritte Teil in diesem unteilbaren Trio: der unsterbliche Teil. Und dabei denken wir nicht an die Weitergabe der Gene durch den schnöden Akt der Begattung. Nein. Die Seele ist der metaphysische und unsterbliche Teil, der uns mit dem Ganzen der Unendlichkeit der Schöpfung verbinden und “Teil werden“ lässt.

Vielleicht gibt es aber auch keinen Unterschied zwischen Seele und Geist. Vergessen wir nicht, dass der heilige Geist Teil, untrennbarer Teil, der Manifestierung der Göttlichkeit, nach der christlichen Bibellehre ist. Vielleicht ist der „Geist“ die Fleischwerdung der Seele, während das betreffende Individuum sein Leben auf der Erde lebt. Und vielleicht verlässt eben dieser Geist/Seele beim Tod den Körper, um je nach Glaubenszugehörigkeit, kurz danach, oder bei der Wiederauferstehung wieder zu erscheinen. In welcher Form auch immer.

Und für alle, die denken, das wäre alles nur ein Wortspiel, erlaube ich mir das Evangelium nach Johannes zu zitieren. Nicht weil ich das als Beweis hernehmen will, sondern weil es so schön ist:

Im Anfang (ἀρχή) war das Wort (λόγος)
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,
die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.


Liebe Grüße

Kostas Thomopoulos

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