Dunkel und monochrom ist unsere Zeit

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Dunkel und monochrom ist unsere Zeit. Kein Platz für Farbe. Kein Ort für Freude. Jedes Land ist jetzt ein Gefängnis und jeder ist in seiner Zelle. Freiwillig. Die Angst regiert und frisst Seele auf. Keine geringer, als die Angst vor dem Tod persönlich. Diesmal nicht in einem Konzentrationslager, sondern in einem Krankenhaus. Das Ergebnis ist das gleiche.

“Distancing” ist das Unwort unserer Zeit. Und das bedeutet: Abstand halten. Abstand zu Menschen, Abstand zu Sachen, Abstand zum Leben. Abstand zu allem, das unser Leben bis jetzt ausgemacht hat.

Leere ist das Gefühl in uns. Unsicherheit, während wir einander aus dem Weg gehen, im Gang der Supermärkte. Viele kommen damit zurecht, andere weniger. Die Einsamkeit hat endlich einen Sinn bekommen. Einsam sein ist gut, einsam sein rettet Leben, in Corona-Zeiten.

Ziellosigkeit herrscht in unseren Köpfen. Die Gedanken schweifen ab. Weg von der Existenzangst, weg von der Lebensangst und weg von den ewig gleichen Worten, die aus dem Kasten ins Gesicht schlagen.

Ratlosigkeit in unserem Bauch. Man sieht es. Die da oben wissen nichts. Wie Kinder verloren in einer fremden Stadt. Kein Faden der Ariadne, keine Kreidezeichen und keine Brotkrümel, die uns den Weg zeigen.

Beengtheit schnürt unsere Brust, während wir mit Sehnsucht auf das abgeschlossene Rechteck der Tür sehen, die vorher hinaus führte und jetzt aber die Freiheit beraubt.

Die schwere in unseren Beinen hält die Hoffnung am Boden, wie ein Anker. Wir wissen nicht wohin. Kein Sport, Kein Kino, Kein Konzert, keine Kneipe, kein Restaurant und kein Kaffee. Alles was unser Leben ausgemacht und Sinn gegeben hat ist jetzt woanders. Nicht mehr hier.

Wir warten. Auf einen Impfstoff, ein Medikament, ein Wunder. Und vielleicht haben wir Glück, noch einmal und wir kommen davon. Diesmal mit unserem nackten Leben.

Liebe grüße

Kostas Thomopoulos

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