Die Andernacher Grünen wollen keine neuen Radwege

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Überall in ganz Deutschland setzen sich die Grünen für den Klimawechsel und die Verkehrswende ein. Weg vom Individualverkehr, hin zu Bahn und Fahrrad lautet die Devise, die König Robert und seine Frauen ausgegeben haben.

In langen Sitzungen wurden die Argumente würdevoll vorgetragen. Die Grünen wollen schließlich nichts weniger, als die Welt retten.

Land auf, Land ab.

Und die Industrie (mit Ausnahme der Autoindustrie), erkennt die Zeichen der Zeit und liefert die notwendigen Utensilien: Elektroräder, Elektroautos und Elektroscooter.

Nicht so in Andernach. Hier sind die Andernacher Grünen gegen einen weiteren Radweg, weil es wohl zu viele gibt. Sogar auf der allerersten Seite ihrer Internet-Präsenz wettern sie gegen einen möglichen neuen Radweg. Noch einmal ganz langsam zum mitschreiben: Die Andernacher Grünen sind gegen einen neuen Radweg und veröffentlichen das, auf die allererste Seite ihrer Internetpräsenz kund.

https://www.gruene-andernach.de/home/
Nicht zu glauben, oder? Aber egal. OK? Dann weiter.

Zu viele Radwege? Ist das möglich?

Dass Andernach in Sachen Verkehrswende nicht so das richtige Interesse hat, kann jeder an den kaum vorhandenen Radwegen sehen. Radwege sind, da wo sie existieren, eher stiefmütterlich als rot gestrichener Teil des Bürgersteigs kenntlich gemacht. So richtig lieblos.

Bei der Wahl, ob der Platz für die Fahrradwege von den Autos, oder von den Fußgängern weggenommen wird, hat sich Andernach entschieden, den Autos genug Platz zu lassen und dafür die Fußgänger einzuschränken.

Hier und da existieren also in Andernach schon rot-gestrichene Fußgängerwege, die von den Fahrrädern mitbenutzt werden dürfen. Kein Vergleich zu den städtischen Fahrrad-Alleen in anderen Städten. Dabei hätte eine kurze zweistündige Fahrt (mit Auto oder Bahn) zu unserem niederländischen Nachbarn genügt, um zu sehen wie es geht. Viel sicherer und mit Vorteilen für Rad- und Autofahrer.

Während also woanders Autostraßen zu Fahrradstraßen umgewandelt werden, weigern sich auch noch die Andernacher Grünen einen Fahrradweg zu bauen? Wie kommt das?

Fahrradkultur in Amsterdam

Man muss schon den Text auf der allerersten Seite der Andernacher Internetpräsenz der Grünen zuerst genau lesen, bevor man darauf kommt:
Die Grünen wollen nicht, dass das Land einen Fahrradweg baut, weil
a) es ihn schon zu Teilen gibt und
b) weil Andernach zu wenig in die Fahrradwege in der Stadt investiert.
So zumindest mein Verständnis.

Wohlgemerkt: Zuständig ist hier das Land Rheinland Pfalz und nicht die Stadt Andernach. Die L116 ist eine Landesstraße.

Ich habe mich entschieden nicht alles zu verstehen, was in der Politik so gemacht wird. Das ist gut für den Blutdruck.

Übersichtskarte der geplanten Bauarbeiten.
Dauer: September 2019 bis Februar 2020

Drei Abschnitte:
A) Breitholz-L116-In der Wenk
B) In der Wenk-L116-Rennweg
C) L116/Rennweg-Kreisel

Nach Auskunft der Landesbetriebe Mobilität (LBM), erfolgt während der Bauarbeiten eine Vollsperrung der L116. Werden wetterbedingt die Bauarbeiten unterbrochen, dann wird der Verkehr währenddessen eingeschränkt freigegeben.

Meine Fragen/Anmerkungen an die Andernacher Grünen:

a) kann man genug Radwege haben?

b) In Teilen ist der Fahrradweg gut ausgebaut. Sogar als selbstständiger Fahrradweg. Aber in Teilen eben nicht. Der Abschnitt L116-Rennweg bis zum Kreisel ist richtig gefährlich, dieser wird von Schülern stark frequentiert.

c) Sogar als Mann hätte ich Bedenken abends oder nachts den vorgeschlagenen Abschnitt zwischen Eich und Nickenich zu fahren. Er ist unbeleuchtet, schlecht befestigt und insgesamt grausig und angstauslösend und obendrein auch noch deutlich länger, als die direkte Verbindung über die L116.

d) Kann man genug Sicherheit haben?

e) Und dann soll es möglich sein, nicht nur von Andernach nach Eich, sondern auch von Kruft nach Andernach zu fahren. Nach dem vorgeschlagenen Weg der Andernacher Grünen, müssten dann diese Radfahrer von Kruft zuerst nach Nikenich, dann über den gefährlichen Schleichweg nach Eich, um schließlich den zu Teilen vorhandenen, von Euch Grünen gepriesenen und wunderschönen Radweg weiter nach Andernach fahren.

Soweit die Theorie. Im Bild unten sehen Sie die grausame Wirklichkeit. Dieser Radfahrer riskiert sein Leben, weil die Andernacher Grünen, aus welchen Grünen auch immer, gegen einen Radweg sind. Ausgerechnet die Grünen.

Radfahrer riskiert sein Leben auf der L116 und der Autofahrer muss stark abbremsen.

Und das Foto ist sogar noch beschönigend, weil um diese Tageszeit wenig Verkehr ist. Stellen Sie sich vor, es fahren die Autos im Sekundentakt nacheinander mit Tempo 100 an Ihrem Rad vorbei. Gruselig.

Und nun stelle ich die Frage an Sie, liebe Leser: Kann es zu viele Fahrradwege geben?
Die Grünen in Andernach meinen: JA
Was meinen Sie?

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